Einführungsworkshop
Im Einführungsworkshop des
„Haus der kleinen Forscher“ stehen das Kennenlernen, die Stiftungsphilosophie, organisatorische Fragen und etwa ein Dutzend Experimente mit Folgeexperimenten zum Thema Wasser auf dem Programm. Er ist ganztägig.
Für den Ablauf übernahmen wir weitgehend die Vorschläge, die wir selber im Trainer-Lehrgang kennengelernt hatten. Viel Zeit war für Experimente eingeplant, womit auch den gleich am Anfang erfragten Erwartungen entsprochen wurde. Denn die ErzieherInnen wünschten sich alltagstaugliche Experimente – kostengünstig und leicht durchführbar mussten sie sein. Der Materialliste für den Workshop können die zentralen Experimente entnommen werden. Welche Umsetzungsmöglichkeiten sie bieten findet man auf den Experimentierkarten, die das
„Haus der kleinen Forscher“ zur Verfügung stellt und auf der Ideenliste, welche die ErzieherInnen selber während des Workshops zusammenstellten.
Für das Fast Networking entwarfen wir eigene Fragen:
„Erzählen Sie aus ihrem Leben eine Situation, in der in Ihnen Interesse an einem naturwissenschaftlichen Thema geweckt wurde.
Erinnern Sie sich, was Ihr Interesse ausgelöst hat.
Durften Sie Ihrem Thema nachgehen?“
Uns war wichtig, dass die Erzieherinnen ihren eigenen, auf kindliche Erfahrungen zurückgehenden Zugang zu den Naturwissenschaften reflektierten und aus dieser Reflexion heraus einen Weg entwarfen, wie Kinder heute in die Welt der Naturphänomene und der sich daraus entwickelnden Technik begleitet werden könnten. Gemeinsam formulierten wir Leitgedanken, welche die Erzieherinnen mitnahmen.
Zu Beginn hatten die ErzieherInnen die Hoffnung auf einfache, und trotzdem richtige Erklärungen geäußert. Sie sollten so einfach sein, dass sie sie selber - trotz eigener Ressentiments - den Kindern weitergeben könnten. Dieser Erwartung konnten und wollten wir nicht entsprechen. Zwar gaben wir ein paar wenige „naturwissenschaftliche“ Aussagen mit auf den Weg, aber eine wesentliche Erkenntnis war der weitgehende Verzicht auf Erklärungen. „Erklären“ befriedigt oft nicht, verwirrt manchmal, schreckt viele Kinder ab und ist soo viel weniger spannend als das „Selber ausprobieren“. Die Kinder brauchen – nach unserer Überzeugung - Erwachsene, die sich mit ihnen auf den Erkundungsweg begeben und mit ihnen zusammen lernen.
Im abschließenden Feedback wurden die vielen Praxisanregungen und die alltagsnahen, gut umsetzbaren Experimente positiv hervorgehoben. Manche wünschten sich noch mehr Experimente und Literaturvorschläge. Heute sind unzählbar viele Bücher mit Experimentiervorschlägen auf dem Markt und im Internet zu finden. In unserer Literaturliste führen wir nur vier auf, die uns selber leicht umsetzbare Anregungen gegeben haben. Diese Liste erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es wäre auch nicht im Sinne des
„Haus der kleinen Forscher“ mit den Kindern ausschließlich zielgerichtete Experimente zu bestimmten Zeiten in der Woche durchzuführen.
Nehmen wir als Beispiel das Gummibärchen auf Tauchfahrt. Oft wird dieses Experiment benutzt, um zu zeigen, dass Luft Platz braucht. Tatsächlich überschneiden sich in ihm – wie in fast allen Experimenten – mehrere Themengebiete. Ist es ein Experiment zum Thema Luft oder zum Thema Wasser? – so eine Frage stellen nur Erwachsene! Für Kinder ist dieses Experiment in vielerlei Hinsicht faszinierend. Fragen Sie sie selber, was sie sehen, worüber sie staunen!
Wer mit offenen Sinnen den Alltag erlebt, sieht an jeder Ecke Naturphänomene und potentielle „Kleinstforschungsprojekte“ sprießen. Unser „Projekt Nudeln“ soll ein Beispiel sein, wie sich ein „Forschungsprojekt“ im Kindergarten aus einer kindlichen Frage heraus entwickeln kann. Lassen Sie sich anregen, selber ein Forschungsprojekt wachsen zu lassen! Wir wünschen viel Freude daran.